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Gradtagzahl Deutschland: 8.156 Postleitzahlen im Vergleich

Wie viel Heizenergie ein Gebäude über das Jahr braucht, hängt vom Gebäude selbst ab – und, bei sonst gleichem Gebäude, vom Klima seines Standorts. Die Gradtagzahl fasst dieses Klima in einer Zahl zusammen. Wir haben sie aus den 1×1-Kilometer-Rastern des Deutschen Wetterdienstes für die Referenzperiode 1991–2020 abgeleitet – für 8.156 der 8.169 Postleitzahlen unseres Datenbestands.

Die Spannweite ist größer, als man vermutet: von 2.683 Kd/a in Leverkusen bis 5.272 Kd/a in Obermaiselstein – der kälteste Standort im Datensatz kommt rechnerisch auf 96 % mehr Heizgradtage als der mildeste. Alle Werte, die Methodik und der komplette Datensatz als CSV stehen unten.

Ausgewertete PLZ
8.156
Median Deutschland
3.586 Kd/a
Mildester Wert
2.683 Kd/a
Kältester Wert
5.272 Kd/a

Datenbasis: Deutscher Wetterdienst, eigene Berechnung (Referenzperiode 1991–2020).

Ranking der 16 Bundesländer

Aggregationsmethode: für jedes Bundesland der Median der Gradtagzahl über alle seine Postleitzahlen, ungewichtet – eine PLZ zählt als eine Beobachtung. Kein Bevölkerungs- und kein Flächengewicht.

Wir verwenden den Median und nicht den Mittelwert, weil einzelne Alpen- und Mittelgebirgslagen den Mittelwert von Bayern und Baden-Württemberg nach oben ziehen würden. Und wir gewichten bewusst nicht nach Einwohnern: eine Postleitzahl ist weder eine Flächen- noch eine Bevölkerungseinheit, deshalb steht neben jedem Median die Zahl der ausgewerteten PLZ und die Spanne vom 25. zum 75. Perzentil. Bayern mit 2.061 PLZ und Bremen mit 40 gehen mit demselben Verfahren, aber sehr unterschiedlicher Stichprobengröße in die Tabelle ein.

Median der Gradtagzahl je Bundesland (Balken, Nullpunkt bei 0 Kd/a). Die schmalen Marken zeigen das 25. und 75. Perzentil der PLZ im Land.
1Bayern
3.795
2Thüringen
3.741
3Mecklenburg-Vorpommern
3.691
4Sachsen
3.680
5Schleswig-Holstein
3.611
6Brandenburg
3.568
7Baden-Württemberg
3.546
8Hessen
3.516
9Sachsen-Anhalt
3.510
10Niedersachsen
3.464
11Bremen
3.462
12Hamburg
3.441
13Rheinland-Pfalz
3.416
14Saarland
3.352
15Berlin
3.266
16Nordrhein-Westfalen
3.240
02.0004.000 Kd/a
Gradtagzahl, Frost- und Eistage je Bundesland, Median über alle Postleitzahlen des Landes
#BundeslandMedian
Kd/a
P25–P75Frost­tageEis­tageWinter
°C
PLZ
1Bayern3.7953.7133.89597230,42.061
2Thüringen3.7413.6353.89686211,1214
3Mecklenburg-Vorpommern3.6913.6263.72572171,6190
4Sachsen3.6803.5333.89084201,0383
5Schleswig-Holstein3.6113.5743.63263132,3443
6Brandenburg3.5683.5373.61980171,5214
7Baden-Württemberg3.5463.1553.81981151,61.194
8Hessen3.5163.1573.69272132,0541
9Sachsen-Anhalt3.5103.4743.56274151,9201
10Niedersachsen3.4643.4193.54163132,5795
11Bremen3.4623.4623.46264122,640
12Hamburg3.4413.4413.44158122,6100
13Rheinland-Pfalz3.4163.0573.58366122,4659
14Saarland3.3523.0783.48062102,669
15Berlin3.2663.2663.26666162,0190
16Nordrhein-Westfalen3.2403.0053.3985273,5862

Bayern führt mit einem Median von 3.795 Kd/a, Nordrhein-Westfalen steht mit 3.240 Kd/a am anderen Ende – ein Abstand von 555 Kd/a oder 17 %. Aussagekräftiger als die Reihenfolge ist die Spannweite innerhalb der Länder. Am weitesten reicht sie in Bayern: von 2.947 bis 5.272 Kd/a, also über 90 % der gesamten deutschen Spannweite. Ein einzelnes Bundesland enthält damit fast den ganzen bundesweiten Unterschied. Für die Auslegung einer Anlage ist das Bundesland deshalb die falsche Bezugsgröße – der Standort selbst ist es.

In den drei Stadtstaaten dominiert ein einziger Wert die Verteilung – Berlin 190 von 190 PLZ, Hamburg 98 von 100 PLZ, Bremen 33 von 40 PLZ –, deshalb fallen P25 und P75 dort mit dem Median zusammen. Die Ausnahmen sind erklärbar: zum Land Bremen gehört auch Bremerhaven mit 3.230 Kd/a, und einzelne Postleitzahlen reichen über die Landesgrenze hinaus, sodass ihr Wert über mehrere Gemeinden gemittelt wird.

Gradtagzahl für Ihre Postleitzahl

Gradtagzahl, Frost- und Eistage, Wintermittel und die Einordnung im bundesweiten Vergleich – für jede der 8.156 ausgewerteten Postleitzahlen.

5-stellig. Die Auswertung erscheint automatisch.

Die 20 kältesten und die 20 mildesten Gemeinden

Wie diese Listen gebildet sind: ein Eintrag je Gemeinde, nicht je Postleitzahl. Die Werte gelten für den Gemeindemittelpunkt, also teilen sich alle PLZ einer Stadt denselben Wert – die zwanzig niedrigsten Einzelwerte Deutschlands verteilen sich auf nur zwei Städte: 14× Köln, 6× Leverkusen. Eine reine PLZ-Rangliste wäre also keine Rangliste der mildesten Orte, sondern eine der Städte mit den meisten Postleitzahlen. Die Spalte „PLZ mit diesem Wert“ unten zählt dagegen alle Postleitzahlen der Gemeinde, die denselben Rasterwert tragen – bei Köln sind das deutlich mehr als die zwanzig aus diesem Vergleich. Ortsteile, die auf denselben Rasterpunkt fallen und deshalb bis auf die letzte Stelle identische Werte tragen, sind ebenfalls zu einem Eintrag zusammengefasst und werden unter „auch“ aufgeführt. Angegeben ist jeweils eine stellvertretende PLZ.

Die 20 kältesten Gemeinden

#GemeindeKreis / LandKd/aFrostEis
1Obermaiselstein 87538Oberallgäu · Bayern5.27215850
2Unterammergau 82497Garmisch-Partenkirchen · Bayern5.19314953
3Oberwiesenthal 09484Erzgebirgskreis · Sachsen5.18713461
4Bad Wiessee 83707Miesbach · Bayern5.12614252
5Kreuth 83708Miesbach · Bayern5.04413849
6Breitnau 79874Breisgau-Hochschwarzwald · Baden-Württemberg5.03813040
7Sankt Andreasberg 37444auch: Harz (LK Goslar)2 PLZ mit diesem WertGoslar · Niedersachsen5.00512449
8Feldberg (Ort) 79868Breisgau-Hochschwarzwald · Baden-Württemberg4.99213237
9Bubenbach 79871Breisgau-Hochschwarzwald · Baden-Württemberg4.79113135
10Johanngeorgenstadt 08349Erzgebirgskreis · Sachsen4.71612953
11Jöhstadt 09477Erzgebirgskreis · Sachsen4.70112857
12Altenberg 01773auch: Geising2 PLZ mit diesem WertSächsische Schweiz-Osterzgebirge · Sachsen4.68012954
13Neuhaus am Rennweg 98724Sonneberg · Thüringen4.67312253
14Oberhof 98559Schmalkalden-Meiningen · Thüringen4.66712551
15Brotterode-Trusetal 98596Schmalkalden-Meiningen · Thüringen4.66711751
16Seyde 01776Sächsische Schweiz-Osterzgebirge · Sachsen4.63713052
17Seiffen/Erzgebirge 09548Erzgebirgskreis · Sachsen4.62513350
18Vorderfirmiansreut 94158Freyung-Grafenau · Bayern4.59413653
19Weitnau 87480Oberallgäu · Bayern4.59113443
20Rötenbach 79877Breisgau-Hochschwarzwald · Baden-Württemberg4.57612932

Den höchsten Wert im gesamten Datensatz trägt Obermaiselstein (87538, Oberallgäu, Bayern) mit 5.272 Kd/a und 158 Frosttagen. Die meisten Eistage – Tage, an denen auch das Tagesmaximum unter 0 °C bleibt – hat nicht dieselbe Gemeinde, sondern mit 61 Tagen Oberwiesenthal (09484, Sachsen).

Die 20 mildesten Gemeinden

#GemeindeKreis / LandKd/aFrostEis
1Leverkusen 513715 PLZ mit diesem WertLeverkusen, Stadt · Nordrhein-Westfalen2.683374
2Köln 5066745 PLZ mit diesem WertKöln, Stadt · Nordrhein-Westfalen2.725404
3Bergisch Gladbach 51467Rheinisch-Bergischer Kreis · Nordrhein-Westfalen2.735414
4Eppelheim 69214Rhein-Neckar-Kreis · Baden-Württemberg2.822538
5Dossenheim 69221Rhein-Neckar-Kreis · Baden-Württemberg2.825548
6Kehl 77694Ortenaukreis · Baden-Württemberg2.826548
7Edingen 68535auch: Schwetzingen2 PLZ mit diesem WertRhein-Neckar-Kreis · Baden-Württemberg2.832558
8Heidelberg 691158 PLZ mit diesem WertHeidelberg, Stadtkreis · Baden-Württemberg2.832538
9Freiburg im Breisgau 7909812 PLZ mit diesem WertFreiburg im Breisgau, Stadtkreis · Baden-Württemberg2.8406510
10Umkirch 79224Breisgau-Hochschwarzwald · Baden-Württemberg2.844648
11Willstätt 77731Ortenaukreis · Baden-Württemberg2.847568
12Buchheim 79232Breisgau-Hochschwarzwald · Baden-Württemberg2.850648
13Sandhausen 69207Rhein-Neckar-Kreis · Baden-Württemberg2.853558
14Frankfurt am Main 6031039 PLZ mit diesem WertFrankfurt am Main, Stadt · Hessen2.859519
15Altrip 67122Rhein-Pfalz-Kreis · Rheinland-Pfalz2.862578
16Hockenheim 68766Rhein-Neckar-Kreis · Baden-Württemberg2.862578
17Reilingen 68799Rhein-Neckar-Kreis · Baden-Württemberg2.862579
18Ketsch 68775Rhein-Neckar-Kreis · Baden-Württemberg2.865568
19Altlußheim 68804auch: Neulußheim2 PLZ mit diesem WertRhein-Neckar-Kreis · Baden-Württemberg2.865579
20Schriesheim 69198Rhein-Neckar-Kreis · Baden-Württemberg2.865589

Den niedrigsten Wert trägt Leverkusen (51371, Nordrhein-Westfalen) mit 2.683 Kd/a. Die wenigsten Frosttage hat wiederum ein anderer Ort: Helgoland (27498, Schleswig-Holstein) mit 24 Tagen – die Nordseeinsel profitiert vom Meer, das im Winter wärmer bleibt als das Festland, ohne deshalb eine besonders niedrige Gradtagzahl zu haben. Die meisten Frosttage zählt Obermaiselstein (87538, Bayern) mit 158 Tagen.

Zwei Muster fallen auf. Am kalten Ende stehen fast ausschließlich Mittelgebirgs- und Alpenlagen – Allgäu, Erzgebirge, Schwarzwald, Harz, Thüringer Wald. Am milden Ende liegen die Kölner Bucht und der Oberrheingraben, zwei Tieflandregionen mit sehr geringer Höhenlage. Ausschlaggebend ist in erster Linie die Höhe über dem Meer, nicht die geografische Breite: zwischen Leverkusen und Obermaiselstein liegen461 Kilometer Luftlinie, aber 2.589 Kd/a.

Was das für eine Wärmepumpe bedeutet

Die Gradtagzahl beschreibt den witterungsbedingten Anteil des Heizbedarfs: wie lange und wie stark ein Standort im Jahresverlauf unter der Heizgrenze liegt. Sie sagt nichts über das Gebäude aus. Dämmstandard, Fensterflächen, interne und solare Gewinne und das Nutzerverhalten entscheiden darüber, wie viel Energie am Ende tatsächlich gebraucht wird – zwei Häuser in derselben Straße können sich um ein Vielfaches unterscheiden. Was die Gradtagzahl leistet, ist der Vergleich zwischen Standorten bei sonst gleichem Gebäude.

Für eine Wärmepumpe ist daneben die Zahl der Frosttage aufschlussreich. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme; dabei kondensiert Luftfeuchtigkeit am Verdampfer und kann gefrieren. Das Gerät legt dann einen Abtauzyklus ein. Das ist regulärer Betrieb, von der Regelung selbst gesteuert, und kein Defekt. Wichtig für das Verständnis: Abtauzyklen decken sich nicht eins zu eins mit den Frosttagen. Der Verdampfer vereist auch bei Temperaturen über 0 °C, wenn die Luft feucht genug ist – feuchte Witterung um den Gefrierpunkt ist der kritische Bereich, nicht die klare Frostnacht.

Eistage – Tage, an denen auch das Tagesmaximum unter 0 °C bleibt – zeigen an, wie oft eine Anlage über einen ganzen Tag hinweg im unteren Temperaturbereich arbeitet, ohne dass es zwischendurch auftaut. Die beiden Größen laufen weitgehend parallel: über alle 8.156 Postleitzahlen korrelieren Eistage und Gradtagzahl mit r = 0,901.

In der Praxis heißt das: an einem Standort mit hoher Gradtagzahl und vielen Frosttagen ist die Auslegung wichtiger – die Vorlauftemperatur, die Heizflächen, die Frage nach einem zweiten Wärmeerzeuger für die kältesten Tage. Diese Entscheidungen gehören in eine Heizlastberechnung, die ein Fachbetrieb oder Energieberater für das konkrete Gebäude erstellt. Aus einer Klimazahl lässt sich weder eine Jahresarbeitszahl noch ein Energieverbrauch für ein einzelnes Haus ableiten, und diese Seite versucht das ausdrücklich nicht.

Für die Klimadaten Ihres Ortes im Kontext einer Wärmepumpe: Wärmepumpe nach Postleitzahl · Warmwasser nach Postleitzahl

Methodik, Validierung und Grenzen

Datenquelle

Grundlage sind die vieljährigen Rasterdatensätze des Deutschen Wetterdienstes (Climate Data Center), Auflösung 1×1 km, Referenzperiode 1991–2020: die zwölf Monatsmittel der Lufttemperatur, die zwölf Monatsmittel der Tagesminima, das Jahresmittel sowie die Raster der Frost- und Eistage. Bezogen über opendata.dwd.de, Lizenz GeoNutzV (freie Nutzung und Weiterverarbeitung mit Quellenangabe). Die Gemeindekoordinaten stammen aus Wikidata (Eigenschaft P625, CC0), verknüpft über den Amtlichen Gemeindeschlüssel aus OpenPLZ. Es werden keine OpenStreetMap-Daten verwendet, um keine ODbL-Pflichten zu übernehmen.

Rechenweg

Die Gradtagzahl G20/15 wird als Monatsnäherung an VDI 3807 gebildet. Über alle Monate, deren Mitteltemperatur unter der Heizgrenze von 15 °C liegt:

G20/15 = ΣMonate mit T̄ < 15 °C TageMonat × (20 °C − T̄Monat)

Der Code ist keine Blackbox: die Ableitung steht in scripts/build-climate-stats.mjs, die Aggregation dieser Seite in scripts/build-gradtagzahl-data.mjs.

Validierung

Der DWD veröffentlicht selbst tägliche Gradtage nach VDI 3807 je Messstation. Wir haben unsere Werte dagegen geprüft: für 459 Stationen mit mindestens 10 vollständigen Jahren im Zeitraum 2010–2025 wurde die mittlere Jahressumme der DWD-Stationswerte mit unserem Rasterwert an derselben Koordinate verglichen.

Verglichene Stationen
459
Rangkorrelation (Spearman)
ρ = 0,964
Mediane Abweichung
+2,3 %
Innerhalb ±5 %
89,1 %

Die mediane Abweichung von +2,3 % ist kein Methodenfehler, sondern ein Periodenunterschied: unsere Werte beschreiben die Normalperiode 1991–2020, die Stationsreferenz den wärmeren Zeitraum 2010–2025. Rechnet man diesen systematischen Versatz heraus, liegen 93,5 % der Stationen innerhalb von ±5 % und 99,3 % innerhalb von ±10 %. Die Korrelation über die Niveaus beträgt r = 0,975, die Rangkorrelation nach Spearman ρ = 0,964. Der zweite Wert ist hier der aussagekräftigere: er hängt nicht an der Skala und wird nicht von einem Ausreißer wie der Zugspitze getragen. Die Reihenfolge der Standorte stimmt also auch dort, wo das Niveau leicht verschoben ist.

Ein einzelner Vergleichsjahrgang wäre irreführend gewesen: gegen das warme Jahr 2019 allein ergibt dieselbe Rechnung über 420 Stationen eine mediane Abweichung von +6,4 %, die fast vollständig die Wetteranomalie dieses Jahres abbildet und nichts über das Verfahren aussagt. Deshalb der Mittelwert über 2010–2025.

Wo die Abweichung am größten ist

Nach Abzug des Periodenversatzes bleiben einzelne Stationen mit Abweichungen um zehn Prozent. Die sechs größten:

DWD-StationDWD Kd/aunser WertRest­abweichung
FREIBURG I.BR. (AWST)3.0802.822−10,7 %
SCHIERKE4.5665.154+10,6 %
WUERZBURG (WEWA)3.3123.044−10,4 %
ZUGSPITZE (WEWA)8.5257.905−9,6 %
KLIPPENECK (AWST)4.2283.923−9,5 %
TRIER-PETRISBERG (WEWA)3.2763.059−8,9 %

Der Mechanismus ist bei den Höhenstationen am klarsten: ein Rasterpunkt von einem Quadratkilometer mittelt über seine Umgebung, und exponierte Gipfel und Kammlagen werden dabei geglättet. Auf der Zugspitze misst der DWD 8.525 Kd/a, unser Rasterwert an derselben Koordinate liegt bei 7.905 Kd/a – die Zelle ist wärmer als der Gipfel selbst. In Schierke im Harz wirkt es umgekehrt: die Nachbarschaft des Brockens zieht den Rasterwert nach oben, und wir liegen 10,6 % über der Station.

Bei der zweiten Gruppe – Stationen im warmen Tiefland wie Freiburg, Würzburg oder Worms – legen wir uns bewusst nicht auf eine Ursache fest. Auf dieser Ebene sagt eine einzelne Stationsabweichung mindestens so viel über den konkreten Messstandort aus wie über das Raster. Was sich prüfen ließ und geprüft wurde: die Restabweichung hängt nicht systematisch vom Klimaniveau ab. Teilt man die Stationen in fünf gleich große Gruppen nach unserer Gradtagzahl, liegen alle Gruppenmediane zwischen −1,4 % und +0,7 %, und die Korrelation zwischen Restabweichung und Gradtagzahl beträgt r = 0,034. Es gibt also keinen Grund anzunehmen, dass die Werte in milden oder in kalten Regionen generell danebenliegen.

Grenzen

Was diese Zahlen ausdrücklich nicht sind

Es sind keine amtlichen Werte. Die Gradtagzahl auf dieser Seite ist eine eigene Berechnung aus amtlichen Rasterdaten. Der DWD stellt die Raster bereit; die Ableitung, die Aggregation und alle Fehler darin liegen bei uns.

Es ist keine Norm-Außentemperatur. Weder das Mittel des kältesten Monats noch das mittlere Tagesminimum sind die Norm-Außentemperatur nach DIN/TS 12831-1, und sie dürfen nicht als solche verwendet werden. Das sind unterschiedliche Größen: die Norm-Außentemperatur ist ein tagesbezogener Auslegungswert für den kältesten anzunehmenden Fall, unsere Angaben sind Monatsmittel einer 30-jährigen Normalperiode – bundesweit im Median 1,3 °C für den kältesten Monat und −1,5 °C für dessen mittleres Tagesminimum. Die Norm-Werte liegen deutlich darunter. Wie weit, sagen wir hier nicht: die Tabelle der DIN/TS 12831-1 ist urheberrechtlich geschützt, und wir geben sie weder wieder noch schätzen wir sie. Für die Auslegung einer Heizung ist die Norm-Tabelle maßgeblich – nicht diese Seite.

Es ist keine Aussage über eine einzelne Anlage. Aus einer Klimazahl folgt keine Jahresarbeitszahl, kein Verbrauch und kein Betrag. Diese Seite nennt deshalb keine.

Download und Nutzungsrechte

gradtagzahl-plz-deutschland.csv

Alle 8.156 Postleitzahlen mit Ort, Kreis, Bundesland, Gradtagzahl G20/15, Frosttagen, Eistagen, Winter- und Jahresmittel, kältestem Monat samt Monatsmittel und mittlerem Tagesminimum sowie zwei Qualitätsfeldern (Nachkommastellen der Koordinate, Zahl der gemittelten Gemeinden). Semikolon-getrennt, UTF-8 mit BOM, Dezimalkomma – Excel und LibreOffice öffnen die Datei ohne Import-Dialog.

Den ersten elf Zeilen ist ein Quellenhinweis mit # vorangestellt, damit die Herkunft an der Datei hängen bleibt; die Spaltenüberschriften stehen deshalb in Zeile 12. In pandas: read_csv(…, sep=";", comment="#", decimal=",").

CSV herunterladen ↓

Ebenfalls offen: die kompakte JSON-Tabelle hinter der PLZ-Suche unter /daten/gradtagzahl-lookup.json.

Lizenz: frei nutzbar mit Quellenangabe

Die hier abgeleiteten Daten – Gradtagzahl, Aggregationen und Rankings – stehen unter CC BY 4.0. Sie dürfen sie kopieren, weiterverarbeiten, in eigene Auswertungen übernehmen und auch kommerziell nutzen. Die einzige Bedingung ist die Nennung beider Quellen – der unseren und der des DWD, dessen GeoNutzV die Quellenangabe ohnehin verlangt.

Zitiervorschlag

Heizfachleute.de (2026): Gradtagzahl für 8.156 deutsche Postleitzahlen. Datenbasis: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center, Referenzperiode 1991–2020. Eigene Berechnung. Online: https://heizfachleute.de/gradtagzahl-deutschland

Wenn Sie diese Daten für eine Recherche verwenden und eine Zahl gegenprüfen möchten, schreiben Sie uns: foroecom@gmail.com. Zur Redaktion: Über uns.

Datenbasis: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center, Referenzperiode 1991–2020. Eigene Berechnung.
Gemeindekoordinaten: Wikidata (CC0) über den Amtlichen Gemeindeschlüssel von OpenPLZ. Stand der Ableitung: 24. August 2026.

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